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Die Technik des Belcanto ist aus einer empirischen Tradition gewachsen. Ihre Begrifflichkeit arbeitet daher mit einigen wenigen, sehr komplexen Schlüsselbegriffen, die allerdings meiner Meinung nach auf der rein theoretischen Eben nur unzureichend erklärt werden können und des praktischen Erlernens bedürfen, um sie in ihren ganzheitlichen Konsequenzen vollständig erfassen zu können.
Einige Schlüsselbegriffe des Belcanto:
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Inhalare la voce: übersetzt: Einatmen der Stimme. Dieser Teil der Technik beinhaltet nicht nur das, was in anderen Techniken mit dem Begriff „Stütze“ belegt wird, sondern umfasst die gesamte Körperorganisation. |
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Messa di voce: übersetzt: Setzen, Ins- Spiel- Bringen der Stimme. In der Praxis versteht man darunter vor allem das Ziel, in allen Lagen alle dynamischen Abstufungen und Schwingungsformen der Stimme erzeugen zu können, was man gemeinhin mit „An- und Abschwellen der Stimme“ bezeichnet. Auf die musikalische Ebene umgesetzt bedeutet es auch das Ideal des Belcanto – Stils, eine musikalische Phrase innerhalb eines intensiven Legatos mit möglichst vielfältigen Klangfarben gestalten zu können. |
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Apoggio: übersetzt: Anlehnen der Stimme. Im Prinzip könnte man dies als das Bewusstsein für die verschiedenen Resonanzräume („appoggiare in testa“, „appoggiare in petto“) und deren möglichst ideale Ausnutzung erklären. Es sind hier aber auch Aspekte dessen enthalten, was man mit „Ansatz der Stimme“ bezeichnet. |
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Tono chiaroscuro: übersetzt: Hell-dunkler Ton. Gemeint ist das technische wie stilistische Ideal des vollkommenen Gesangstons. Einerseits besitzt er alle hohen Resonanzen und damit eine dichte Energie, klaren Stimmbandschluss und Tragfähigkeit (chiaro), andererseits bleibt die Muskulatur locker, das Stimmvolumen entfaltet sich und die tiefen Körperresonanzen werden mit eingebunden (oscuro). Ein solcher Gesangston enthüllt zudem immer den ganz individuellen Klang einer Stimme und ermöglicht alle interpretatorischen Schattierungen. |
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Rapporto: übersetzt: Beziehung, Verhältnis zu..... Hiermit ist die Tragfähigkeit des Gesangstons, seine Energiebündelung gemeint. Hierbei kann es sein, dass einige Bereiche wie z.B. Tonansatz, Resonanzausnutzung, Atemtechnik und musikalische Idee bearbeitet werden müssen, um den Rapporto zu steigern. |
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Vibrazione: übersetzt Schwingung. Damit ist aber hier nicht einfach nur das Vibrato der Stimme gemeint, sondern eine bestimmte Technik, um die Stimme sofort mit dem locker schwingenden, energiegeladenen Vollton anspringen zu lassen. Im Prinzip ist das Belting, richtig verstanden, daraus hervorgegangen bzw. aus dieser Vorstellung heraus erlernbar. |
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Come si parla: übersetzt: Wie man es spricht. Hier geht es nicht nur um reine Textverständlichkeit im Gesang, sondern auch um die Vokalfarben, Vokalreinheit, Vokalausgleich, etc. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die italienische Sprache naturgemäß eine geschlossenere Vokalbildung aufweist als z.B. die deutsche. Auf der musikalisch-stilistischen Ebene verstanden, wäre dies die Forderung nach einer gewissen Natürlichkeit des gesungenen Textklanges. |
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Das Belting als technischer Ansatz, um die stilistischen Anforderungen des Pop- und Jazzgesangs stimmschonend umsetzen zu können, ist so gesehen eine Weiterführung mancher der vorangegangenen technischen Forderungen des Belcanto. So sind die Grundlagen im Erlernen zunächst die gleichen. Das Belting besteht eigentlich darin, dass der Anteil der Bruststimme im Gesangston grundsätzlich erhöht wird und das Passaggio daher früher angegangen werden muss. Eine physiologisch gesunde Balance halten oder immer wieder herstellen zu können erfordert hier viel technisches Feingefühl vom Sänger.
Die Stimme soll im Popgesang
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Sehr flexibel im Ausdruck sein |
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Sehr individuell im Ausdruck und in der Stimmfarbe sein |
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Grundsätzlich wenig Vibrato haben, aber Vibratoeffekte einsetzen können |
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Bei Bedarf große Legatolinien und auch verzierende Koloraturfiguren bewältigen können |
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Ein natürlich klingendes, leicht-schwebendes Piano (Ballade) aber auch ein sehr schweres Forte bis hin zum Screaming besitzen mit der Besonderheit, dass in allen dynamischen Bereichen eine natürliche, der Sprechstimme ähnliche Textverständlichkeit und Textgestaltung möglich sein soll. |
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Gerade aus der letzten Forderung ergibt sich, dass für den Pop- Jazzgesang die Stimme technisch sehr gut gearbeitet sein muss, da sie viel mehr in die Extreme geführt wird als im klassischen Stil. Zwar sind die Anforderungen im Bereich der extremen Höhe nicht unbedingt so gross, aber die ständige Ausnutzung der Vollstimme und der aus stilistischen Gründen leicht übertriebene Einsatz der Bruststimme erfordern, dass der Sänger die Stimme technisch im Griff hat, will er der Belastung dauerhaft gewachsen sein. |
Was wird bei der stimmbildnerischen Sprecherziehung erarbeitet?
Ein packender Sprechvortrag lebt nicht allein von der inhaltlichen oder rhetorischen Gestaltung, sondern von Elementen, die wir eher bemerken, wenn sie in einem Vortrag abwesend sind. Dann wirkt nicht nur der Vortrag schwach, sondern auch sein Inhalt und die ganze Person, die dahinter steht.
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Klangfülle, Intonation, Dynamik, Melodie Ausdrucksstärke sind Begriffe, die wir interessanterweise auf die Sprecherstimme genauso anwenden wie auf die Singstimme. Um die Sprechstimme zu steigern und zu entwickeln, bedarf es daher mehr, als nur Konsonanten deutlicher zu formen oder gar „Kraft“ in die Stimme zu legen. Wer dies auf falsche Weise versucht, merkt bald, wie schnell die Stimme überanstrengt ist, wie wenig sie dann noch „rüberkommt“, ganz abgesehen von dem schmerzlichen Gefühl der Heiserkeit nach dem Vortrag. |
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Wie die Singstimme, muss auch eine gut geführte Sprecherstimme nervlich über das Stimmband funktionieren und technisch zumindest ansatzweise ähnlich wie die Singstimme behandelt werden. Ähnlich wie im Singen wird dabei die Vokallinie und die Satzmelodie über das Hören gesteuert und die Stimmkraft nicht über Druck, sondern über Volumen und Schwingfähigkeit gesteigert, was ähnlich ausgeklügelte Techniken verlangt. |
Anhand von Stimmübungen, gesungenen wie gesprochenen, und Textübungen bis hin zu ganzen Vortragstexten können diese erlernt werden.
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